VERLEGEANLEITUNG FÜR JURA KALKSTEIN IM INNENBEREICH
     
1.) Stoffe
Jurakalkstein und Solnhofener Natursteinplatten (unterschiedlich stark oder als Fliesen) in den verschiedenen Farben, unterschiedlich bearbeiteten Oberflächen und den erforderlichen Stärken.
 
Dickbettverlegung
Traßzement und Schnellzement nach DIN 1164 Teil 1, gewaschener Sand oder Feinsand als Zuschlag, Körnung 0-4 bis 0-8, Werktrockenmörtel.
Dünnbettverlegung
Hydraulisch erhärtende Dünnbettmörtel (auch kunststoffmodifiziert), Reaktionsharzklebestoffe.

Allgemein: Werkfugenmörtel, sauberes Süßwasser, Fugendichtstoffe und Primer, Grundierungen, genormte Wärmedämm- und Trittschallstoffe Baustahlgitter (50 x 50 mm, Stabdurchmesser 2 mm)
Imprägnierung
Die Eignung aller Bindemittel, Grundierungen, Primer, Fugendichtstoffe, insbesondere hinsichtlich der Verfärbungsunbedenklichkeit, muß durch den Hersteller nachgewiesen sein.
2.) Unter-
konstruktion
Untergrund

2.1. Die Unterkonstruktion muß ausreichend eben, standsicher, tragfähig, ausreichend trocken, frei von durchgehenden Rissen, Verunreinigungen und losen Bestandteilen sein.

2.2. Bei Räumen, die einer Feuchtigkeitsbeanspruchung unterliegen und bei Bauteilen, bei denen mit aufsteigender oder eindringender Feuchtigkeit zu rechnen ist, sind Abdichtungen gegen Bodenfeuchtigkeit bzw. nachdrückendes Wasser anzuordnen.

2.3. Wärme- und Schallschutzmaßnahmen laut DIN 4108 und 4109.
Schwimmende Estriche laut DIN 18560.

2.4. Die Belegreife eines Estriches als Untergrund zur Aufnahme eines Belages ist mit dem CM-Gerät nachzuweisen. < 2,0% bei Zementestrich < 0,5% bei Anhydridestrich Heizestriche sind vor der Verlegung der Platten nach Vorschrift stufenweise aufzuheizen und abzukühlen.

3.) Baustellen-
bedingungen
Temperatur mehr als 5°C,
keine Schlagregeneinwirkung,
keine Sonneneinwirkung.
4.) Versetzen
Ansetzen
Verlegen

Die Rückseiten der Platten und Fliesen müssen sauber sein.

4.1. Bodenbeläge
Bei Bodenbelägen im Dickbett auf tragendem Untergrund ist der Mörtel i. d. R. im dem Mischungsverhältnis 1:4 (Mörtel zu Zuschlag) herzustellen. Werktrockenmörtel nach Angaben des Herstellers. Die Platten sind möglichst vollflächig ohne Hohlräume zu verlegen.
Bei Bodenbelägen im Dünnbett sollte die Rückseite der Platten und Fliesen mit einer Kontaktschicht des verwendeten Dünnbettmörtels oder Klebstoffes glatt abgezogen werden. Anschließend werden sie in den frisch aufgetragenen Dünnbettmörtel oder Klebstoff eingelegt und eingeschoben. Die vom Hersteller vorgeschriebenen Reife-, Tropf- und Einlegezeiten sind zu beachten.

4.2. Die Verlegearten richten sich nach den verschieden Möglichkeiten des Aufbaues des Untergrundes.

4.3. Treppenstufen und Fensterbänke siehe 4.1. Satz 1.

4.4. Wandbekleidungen

4.4.1. Innen angemörtelt, angemauert, geklebt sowie hinterlüftet. (Siehe ausführliche Verlegeanleitung bzw. DIN 18515 oder DIN 18516, Teil 3)

4.4.2. Außen aus Juramarmor (Siehe DIN 18515 und 18516, Teil 3)

4.4.3. Verblendmauerwerk (Siehe DIN 1053)

5.) Fugen
Fugenbreite ca. 3 mm.

Größere Kantenlängen können breitere Fugen erfordern. Die Fugen sollen zum Zwecke des Austrocknens möglichst länger als eine Woche offen bleiben.

In dieser Zeit darf der Belag nicht begangen, belastet und verunreinigt werden.

Fugenmörtel in der Mischung Traßzement und gewaschener Sand 1:2 bis 1:3 oder Werkfugenmörtel (Eignung durch den Hersteller nachgewiesen) werden i. d. R. eingeschlämmt.

Vor dem Verfugen sind die Beläge/Bekleidungen gering anzufeuchten.

Bei Verwendung von Werkfugenmörteln sind die Angaben der Hersteller zu beachten.

Bei Belägen/Bekleidungen mit bruchrauher, angeschliffener, sandgestrahlter, gestockter oder gesägter Oberfläche sind zur Vermeidung von Fugenmörtelrückständen große Flächen in kleineren Abschnitten zu verfugen und sofort nach dem Verfugen gründlich zu säubern.
6.) Bewegungs-
fugen
Bewegungsfugen sind nach den zu erwartenden Beanspruchen anzulegen und Vorhandene zu übernehmen.
7.) Inbenutzungs-
nahme
Schutzmaßnahmen
Die Beläge sollen nicht vor ausreichender Erhärtung des Verlege- und des Fugenmörtels - i. d. R. nicht vor Ablauf von einer Woche nach dem Verfugen - in Benutzung genommen werden.
Falls ein besonderer Schutz der verlegten Fläche verlangt wird, sind als Abdeckungen nicht fleckende und nicht färbende, saugende und diffusionsfähige Stoffe zu verwenden.
8.) Besondere
Hinweise
Frisch verlegte Platten können durch Feuchtigkeitsaufnahme dunkler
oder matter werden; diese Erscheinung bildet sich mit zunehmender
Austrocknung zurück. Dies gilt auch für später (z. B. durch Reinigung
oder in Duschen) naß gewordene Platten.
9.) Reinigung und
Pflege

Bei der Reinigung frischverlegter und nicht ausgetrockneter Beläge/Bekleidungen sind seifen-, fett- oder wachshaltige Reinigungsmittel, die das zum Austrocknen notwendige Porengefüge verschließen können, unbedingt zu vermeiden. Nur säurefreie, nicht ätzende und nicht kratzende Reinigungsmittel ohne Alkalien verwenden. Beabsichtigte Imprägnierungen sind erst nach völligem Austrocknen der Beläge/Bekleidungen aufzubringen.

                                                                                                                                                 
  VERLEGEANLEITUNG
FÜR JURA KALKSTEIN IM AUSSENBEREICH
     
10.) Mauer- und
Verblendsteine
Mörtel aus Sand und Traßzement (4:1) erdfeucht herstellen. Mauerwerk mit ca. 1 cm tiefen Schattenfugen errichten und größere Hohlräume mit Ziegelsteinen ausmauern und mit Mörtel füllen.

Im Freien sind Mauern grundsätzlich gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu schützen!

Verblender können mit Mörtel versetzt werden (Kleber frostbeständig).
11.) Mauer- und
Böschungssteine
Mauer- und Böschungssteine dürfen nicht direkt mit dem Erdreich in Verbindung gebracht werden.

Es ist eine wasserdurchlässige Unter- und Hinterfüllung (z. B. mit Schotter oder Schroppen) erforderlich.

Eine Drainageleitung zur Entwässerung ist am Fuß des Mauerwerks zu verlegen.

Gemäß den allgemeinen Anforderungen an den Naturstein (DIN 1053 Natursteinmauerwerk) sind geschichtete bzw. lagerhafte Gesteine im Bauwerk so zu verwenden, wie es ihrer natürlichen Schichtung entspricht.
12.) Bodenplatten
Terrassen- oder Gehwegplatten sind im Außenbereich grundsätzlich im wasserdurchlässigen Splittbett zu verlegen.

Vor dem Verlegen ist der Untergrund so zu verdichten, daß er gleichmäßig fest wird.

Das aufgebrachte Splittbett wird abgezogen und die Bodenplatten werden mit einem Gummihammer so angeklopft, daß sie gleichmäßig im Splitt liegen.

Die Verfugung erfolgt mit Quarzsand oder ganz feinem Splitt.
 

 

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